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Der Start von DT64 – Barbara Krause | #DT64

15.05.1964 – 5 Uhr, eine Sonderredaktion des Rundfunks der DDR sendete 99 Stunden bis 19.05.1964 um 8 Uhr als „Sonderstudio Deutschlandtreffen“ nonstop vom Deutschlandtreffen der Jugend zu Pfingsten 1964 eine Art Serviceprogramm für die Teilnehmer und Gastgeber. „Sechs Schnell-Reportagewagen, eine schwimmende UKW-Station, 20 Sprechstellen für Originalsendungen, ein gläsernes Sonderstudio, eine motorisierte Tanzkapelle, ein Kundendienst, der auf jede Frage antwortete, waren aufgeboten.“, berichtete die Programmzeitschrift FF. Rund sechs Wochen später ging DT64 als Jugendstudio beim Berliner Rundfunk in den Regelbetrieb über. 1986 entstand daraus das Jugendradio DT64.

Was: Zeitzeugin-Interview
Wer:
* Barbara Krause, Jugendfunkerin bei der Jungen Welle von Radio DDR, u. a. am „Kundendienst“-Telefon beim Sonderstudio Deutschlandtreffen DT64
* Jörg Wagner, Freier Medienjournalist (Fragen)
Wann: rec.: 03.07.2023; veröffentlicht: 15.05.2024
Wo: Funkhaus Berlin, am Block B (u. a. Hörspielstudios)

radioeins-Medienmagazin 11.05.2024


(verlinkte Audio-Quelle bis zur Depublizierung: rbb, radioeins)

Was: radioeins-Medienmagazin (Podcast-Fassung)
(00:00) INTRO: Sonderstudio Deutschlandtreffen | (01:43) HALBZEIT: „Voices of Brandenburg“ – Vera Linß | (09:43) DT64: Vor 60 Jahren startete in der DDR die Keimzelle des Jugendradios – Jörg Stempel | (31:32) CALL-IN: „Mitreden! Deutschland diskutiert“ – Stephanie Pieper | (44:49) BONUS: Junge Welle (Radio DDR) und DT64 – Interview mit Barbara Krause || Jörg Wagner
Wann: 11.05.2024, 18:05 Uhr

Feature-Tipp: Beat und Propaganda – DT64

https://www.mdr.de/kultur/radio/ipg/sendung-940674.html

Was: Radio-Feature „Beat und Propaganda – DT64“
Aus der Beschreibung: „Pfingsten 1964, Ostberlin: 500.000 FDJler treffen auf 10.000 Westdeutsche und West-Berliner. Das „Deutschlandtreffen der Jugend“ wirbt für ein vereintes Deutschland und für den Sozialismus. Die SED bietet „Frohsinn und Lebensfreude auf 50 Bühnen und in 350 Veranstaltungen.“ Und erstmals sendet auch der Sondersender DT64. Aus dem temporären Programm entsteht ein reguläres Jugendradio, gemacht von Leuten mit Leidenschaft für den Beat. Doch bald schon funkt die Kulturbürokratie in den Sender hinein. Das Feature betrachtet die frühen Jahre des Jugendsenders, in denen der Dauerkonflikt zwischen Dynamik und Stillstand, zwischen Offenheit und Zensur angelegt wurde.“
Wer:
* Jürgen Balitzki, Autor, An-, Zwischen- und Absager
* Andrea Solter, Erzählerin
* Falk Rockstroh, Erzähler
* Wolfgang Rindfleisch, Regie
* Michael Heubach, Komposition
sowie diverse Zeitzeugen
Wann: ℗ mdr, 2014

DT64-Jugendkonzert „Frauen im Rock“ jetzt als CD

CD „Frauen im Rock“

Nach 41 Jahren von Jörg Stempel aus dem Dornröschen-Archiv geweckt, erschien zum 60. DT64-Jubiläum das DT64-Jugendkonzert „Frauen im Rock“ vom 31.03.1983 auf einem Tonträger.

Aus dem Pressetext:
Eines der Alleinstellungsmerkmale für „die werktätige Frau in der DDR war auch die Möglichkeit am Frontmikrofon einer Rockband zu arbeiten“. (…)

Das Konzert ist ein Mitschnitt aus dem Palast der Republik von 1983 mit den populärsten Stimmen, aber auch mit Sängerinnen, die gerade ihre Karriere begonnen hatten. Das reicht von Uschi Brüning über Tamara Danz bis zu Anett Navall.
Der junge Andreas Bicking (zum Zeitpunkt gerade 23 Jahre alt, Komponist, Arrangeur und musikalischer Leiter der Band Obelisk) hat seine Band um Bläsersatz und Percussion erweitert und die Songs für dieses Konzert arrangiert und live präsentiert. Hier stehen eigene Songs und internationale Coverversionen in einer kongenialen Mischung nebeneinander.

Ensemble:
Gruppe Obelisk, Andreas Bicking (Leader, Piano, Synthesizer, Tenor-Saxophon), Andreas Fregin (Rhodes, Solina), Udo Weidemüller (Gitarre)
Stephan „Grete“ Weiser (Bass), Matthias Philipp (Drums)
Gäste:
Siegfried Bicking (Trompete), Joachim Hesse (Trompete), Volker Schlott (Alt-Saxophon), Bernd Swoboda (Posaune), Norbert Jäger (Percussion)

Shop:
* die CD bei Buschfunk
* die CD bei Amazon

radioeins-Medienmagazin 02.03.2024


(verlinkte Audio-Quelle bis zur Depublizierung: rbb, radioeins)

Was: radioeins-Medienmagazin (Podcast-Fassung)
(00:00) INTRO: DT64-Podiumdiskothek | (02:00) RBB: U-Ausschuss befragte weitere Zeugen – Björn Lakenmacher | (07:01) Carla Kniestedt und Péter Vida | (16:04) Justus Demmer | (20:31) Neue Musik-Programmplätze bei radioeins | (22:48) RADIOLEGENDE: Stefan Lasch | (1:03:01) BONUS: RADIOLEGENDE: Simon Brauer | (1:32:35) BONUS: MediaForward: “Die Zukunft der Medien und ihre gesellschaftliche Akzeptanz” – Rudi Hoogvliet | (1:42:49) BONUS: Yasmine M’Barek – Impulsvortrag | (1:58:46) BONUS: Diskussion || Jörg Wagner
Wann: 02.03.2024, 18:05 Uhr

Stefan Lasch: 50 Jahre Radio – Buchpräsentation am 08.03.2024

Frontcover des Lasch-Buches „DT64 Podiumdiskothek COVERland – 50 Jahre Radio“

Was: Buchpräsentation
Stefan Lasch
DT64 · Podiumdiskothek · COVERland 50 Jahre Radio
Paperback
222 Seiten
ISBN-13: 9783756883417
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: 01.01.2024

Aus der Veranstaltungsbeschreibung:
„Am 19. Juli 1973, damals noch Tonmeister-Student an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und »Schallplattenunterhalter«, begann für Stefan Lasch mit der »DT64-Podiumdiskothek« seine Leidenschaft für das Radio. Er begann in der »Schürsenkel-Epoche« und ist mit der Sendung »COVERland – musikalische Nachspiele« im digitalen Radio angekommen. Das hereinbrechende »KI«-Radiozeitalter sieht er wohlwollend kritisch.
Stefan Lasch, geboren 1950 in Crimmitschau war bis 1990 bei DT64, arbeitet für verschiedene Hörfunksender, produzierte Musik- und Hörbuch-CDs, spielte Kontrabass in der Tower Jazz Band, bei Ruth Hohmann & Jazz Collegium Berlin und gründete die BerlinSwingBand. 2023 erschien sein Buch »Der BassSpieler«.“

Wann: 08.03.2024, 19:00 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr)
Wo: Bildungs- und Kulturzentrum Peter Edel, Berliner Allee 125, 13088 Berlin

Power von der Eastside! DT64 – Das Jugendradio und seine Bewegung. Ausstellung und Präsentationsreihe in Halle/Saale

Halle an der Saale wurde vor 30 Jahren, am 05.11.1993 zum Zentrum des DT64-Nachfolgers „mdr Sputnik“.

„Am Freitag um 18.03 Uhr nimmt die Sputnik-Mannschaft mit dem Politmagazin ‚Rush Hour‘ den Sendebetrieb auf, teilte der MDR am Donnerstag mit. Mit dem Umzug ist für die 39 festangestellten Sputnik-Mitarbeiter auch der Abschied von der veralteten Technik in den Berliner Studios verbunden, die noch von dem DDR-Vorgänger ‚DT 64‘ übernommen worden war. MDR Sputnik wird über Satellit ausgestrahlt.“ (ADN-lsa, 04.11.1993, 09:43 Uhr)

Tonbeispiel: Moderatorin Karla Schlender in der letzten Sendeminute aus dem Berliner Studio K6 übergibt ans Team in Halle mit Nachrichtensprecherin Doris Groth und Rasch-Hour-Moderator André Bochow, 17:59 Uhr (Satellit, mp3, stereo)

Eine Präsentationsreihe und Ausstellung vom 29.09.– 05.11.2023 im Puschkinhaus, Kardinal-Albrecht-Straße 6 laden alle DT64/Sputnik-Radio-Interessierte nach Halle ein. (Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-22 Uhr, Sa-So: 15-22 Uhr; Eintritt zur Ausstellung frei.)

Aus der Beschreibung:

„Power von der Eastside!“ war der selbstbewusste Slogan des einstigen DDR-Jugendradios DT64, mit dem am 31.12.1991 Schluss sein sollte, wie festgelegt in Artikel 36 des Einigungsvertrags zwischen BRD und DDR. Denn der bedeutete, dass auf deren ehemaligem Territorium eine Medienlandschaft adäquat der bundesdeutschen entstehen sollte, in der entsprechend für ein übergreifendes Jugendradio kein Platz vorgesehen war, dass zumal ein Medien-Vertreter des nun untergehenden bzw. beitretenden Staates war. DT64 jedoch war ein Sender, der zwar vor dem Herbst 1989 kaum von politischen Leitlinien abweichend agieren konnte, dem es ab Herbst 1989 aber gelang, eine äußerst freie und lebendige Art an Jugendradio zu entwickeln und auf der Höhe der Zeit sowie auf Augenhöhe mit der Hörerschaft auf die rasanten gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren. Was eine Identifikation erzeugte, die sich offenbarte, als sich im Herbst 1991 eine vor allem jugendliche Massenbewegung zur Rettung formierte und den vertraglich scheinbar unumstößlich festgelegten Lauf der Geschichte doch noch leicht änderte.

Mehr, u. a. der Mitschnitt „Wider den Sendern, die dem Kapitalismus den Soundtrack dudeln – Marion Brasch und Rex Joswig im Gespräch“: hier bei: Radio Corax

Die DT64-Singles-Raritäten im CD-Dreierpack

Foto: SECHZEHNZEHN
Foto: SECHZEHNZEHN

Im Gegensatz zu den hallo-AMIGA-Schallplatten, die nichts mit der Jugendsendung „HALLO“ des Senders „Stimme der DDR“ zu tun hatten, außer dass die Musik dort auch zu hören war, gab es AMIGA-Singles unter dem „echten“ Label „DT64“ des „Berliner Rundfunks“. SECHZEHNZEHN und Buschfunk haben verdienstvollerweise nun die Aufnahmen, remastert vom DDR-Musik-Nerd Marcus Heumann, in einer Dreifach-CD veröffentlicht. Auch wenn nicht alle Titel gleichermaßen begeistern werden, zumal aus mehreren Jahrzehnten Distanz mit inzwischen auch anderen musikalischen und Lebenserfahrungen betrachtet, ist diese Sammlung ein unvergleichbar kostbarer Schatz beat- und rockmusikalischer Experimente in der DDR.

Shop:
* die 3-Fach-CD bei Buschfunk
* die CD bei Amazon; auch als MP3 und Stream

Ergänzendes Audio: Hier erläutert Jugendradio-DT64-Musikchef Walter Bartel den wechselhaften Umgang mit Musik im DT64-Programm (rec.: 27.06.1989); Fragen: Jörg Wagner

Aus dem Booklet (Autor: Walter Cikan):

DIE DT64 SINGLES
Vor mehr als 50 Jahren begann DT64 in Zusammenarbeit mit den zuständigen Redakteuren und Produzenten von Radio DDR und Stimme der DDR mit den überall im Land entstandenen neuen Beatgruppen Songs zu produzieren und diese zu senden. Auf Grund des großen Interesses der Hörer suchte man nach weiteren Verbreitungsmöglichkeiten. So entstand in Koop mit dem VEB Deutsche Schallplatten/AMIGA die Idee der DT64-Single-Reihe. In der Folgezeit wurden auf Basis kontinuierlicher Abstimmung zwischen dem Staatlichen Rundfunk-Komitee und AMIGA Vereinbarungen über Produktionsvorhaben, sowie die gegenseitige Nutzung und Verbreitung der Musikaufnahmen getroffen. Da das Entstehen eigener neuer Lieder, noch dazu mit Texten in deutscher Sprache, ein für die Bands zunächst ungewohnter und mitunter auch komplizierter Prozess war, lagen im Musikarchiv des Rundfunks Mitte der sechziger Jahre nur wenige Aufnahmen dieser Art vor.

Ein spürbarer Aufschwung begann 1969/1970, wo im Rundfunk ca. 173 Titel (bis Ende 1973 etwa 450 Lieder) u. a. mit den Alexanders (Vorläufer von Panta Rhei), dem Horst Krüger Sextett, dem Orchester Klaus Lenz, dem Günther Fischer Quintett, dem Dresden Sextett, der Uve Schikora Combo, der Electra-Combo, der Modern Soul Band, den Nautiks, dem Ekkehard-Sander-Sextett, dem Joco Dev Sextett in Berlin, Leipzig, Weimar aufgenommen wurden. In diesem Jahr wurde (mit höchster Genehmigung) eine Arbeitsgruppe »Rhythmus 71« gebildet, der Komponisten, Textautoren, Interpreten gemeinsam mit Musikredakteuren/-produzenten wie Luise Mirsch, Klaus Schneider, Manfred Gustavus, Walter Bartel, Claudia Ninnig angehörten.

Eine Auswahl der dabei entstandenen Lieder wurde ab 1971 gemeinsam von Rundfunk, AMIGA und dem Fernsehen in diversen Sendungen und einer repräsentativen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Seitens des Rundfunks waren das insbesondere das DT 64-Musikstudio mit (seit 1971 »DT-Metronom«) sowie »Frank’s Beatkiste« (Stimme der DDR) und die »DDR-Tipparade« (Radio DDR). AMIGA hatte bereits in den sechziger Jahren mit eigenen Plattenproduktionen wie »Big Beat I / II«, Thomas-Natschinski-Gruppe »Die Straße«, Theo-Schumann-Combo »Für junge Leute«, »Klaus Lenz für Fenz« begehrte Angebote vorgelegt und veröffentlichte auf »Rhythmus 71« einen Teil der neu entstandenen Songs.
Das DDR-Fernsehen stellte ebenfalls ab 1969 (bis 1972) in der Sendung »Notenbank« (Bernd Maywald) die Bands mit ihren neuen Titeln vor. (…)

Foto: SECHZEHNZEHN
Foto: SECHZEHNZEHN

50 Jahre DT64-Podiumdiskothek


Was: Innenansichten zur Mitschnittsendung “DT64-Podiumdiskothek”, Radio-Premiere: 19.07.1973, Berliner Rundfunk, Jugendstudio DT64
Wer:
* Stefan Lasch, Tonmeister, Diskotheker, Redakteur, Musikjournalist (gemeinsam mit Hartmut Kanter jahrelang Präsentator dieser Sendung)
* Jörg Wagner, Freier Medienjournalist (Fragen)
Wo: Funkhaus Berlin, Nalepastraße
Wann: Interview rec.: 29.06.2021; veröffentlicht anlässlich des 50. Jahrestages der Sendereihe am 19.07.2023

Fotos im Video: Stefan Lasch (privat)